Warum ich Mediator bin:

Wenn man als Rechtsanwalt tätig wird, wird einem schnell klar, dass ein großer Teil der Akte, die man für einen Fall anlegt, aus Inhalten besteht, die mit der Sache selbst nicht viel zu tun haben. Oft finden sich in solchen Akten endlose Schriftsätze mit gelehrten Inhalten zu abstrakten rechtlichen Überlegungen. Diese sollen natürlich die eigenen Positionen verdeutlichen, man will der Angelegenheit ja Nachdruck verleihen. Hinzu kommen die Verfügungen der Gerichte – ein solcher Prozess muss ja geleitet werden, es gibt Auflagen, Fristen, Nachfragen, Terminverschiebungen, Protokolle, Gutachten, und und und…!

Im Arbeitsrecht kann ein Prozess erster Instanz schnell einmal 3-4 Monate dauern. Manchmal dauert er auch deutlich länger. Ganz zu schweigen von der 2. und 3. Instanz. Andere Gerichtszweige brauchen noch deutlich länger. Dies liegt u.a. einfach daran, dass die Anzahl der Prozesse nicht geringer wird, und die Gerichte nicht im Verhältnis mitwachsen. Aus demselben Grund wird es immer schwieriger, Mandanten auch nur halbwegs verlässlich voraussagen zu können, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, und wie diese denn aussehen könnte.

Ich denke hierin liegt einer der Gründe, warum gerade im Arbeitsrecht ohnehin häufig Vergleiche geschlossen werden. Letztlich scheint folgende Überlegung naheliegend: wenn Zeitraum und Kosten einer gerichtlichen Auseinandersetzung nicht absehbar sind und ohnehin sehr oft Vergleiche geschlossen werden – dann kann man ebenso gut gleich selbst in die Vergleichsverhandlungen einsteigen.

Eine weitere Überlegung:
Im Rahmen einer Mediation und besonders, wenn diese als freiwillige Einigungsstelle nach § 88 BetrVG durchgeführt wird, erreichen die Beteiligten ein sehr viel genauere und tiefer gehende Problemlösung als über die Gerichte. Mediation kann sich die erforderliche Zeit nehmen. Ein Gerichtsverfahren bietet keinen vergleichbaren zeitlichen Umfang, was die Auseinandersetzung mit den eigentlichen Themen angeht.

Beispiele für Themenbereiche, die in der
Mediation gelöst werden können:

  • Gleichbehandlung
  • Kündigungen
  • Abmahnungen
  • Arbeitsschutz / Arbeitssicherheit
  • Arbeitszeit
  • Befristungen
  • Urlaub
  • Entgeltfortzahlung
  • Pflegezeit
  • Mutterschutz
  • Erziehungszeit
  • Teilzeit und Befristung
  • Mindestlohn
  • Schwerbehindertenrecht
  • Arbeitsunfälle / Wegeunfälle
  • Betriebliche Wiedereingliederung
  • Ausbildung
  • Integration
  • Gleichstellung

Im Betriebsverfassungsgesetz (bis hin zur Verhandlung
von Betriebsvereinbarungen):

  • Ordnungsverhalten – Rauchen, Alkohol, Handys, Betriebsordnung, Dienstkleidung…
  • Arbeitszeit – Arbeitszeitsysteme, Überstunden, …
  • Urlaubsgrundsätze, Urlaubsplan
  • Überwachung, Datenschutz
  • Berufskrankheiten, Arbeits- und Unfallschutz
  • Sozialeinrichtungen wie Kantinen, Betriebskindergärten, Pensionskasse
  • Betriebliche Lohngestaltung, Prämien, Zielvereinbarungen, …
  • Betriebliches Vorschlagswesen
  • Mitarbeiterbeschwerden
  • Baumaßnahmen
  • Personalplanung, Beschäftigungssicherung, Auswahlrichtlinien
  • Berufliche Aus- und Weiterbildung
  • Personelle Einzelmaßnahmen
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